RV Prostatakrebs Selbsthilfe Südwest e.V.
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Presseveröffentlichungen

Empfehlungen zur Früherkennung von Prostatakrebs

 

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist bei jungen Männern etwa kastaniengroß. Sie liegt im Becken unterhalb der Harnblase und umschließt den obersten Teil der Harnröhre. Die Prostata produziert ein milchiges Sekret das beim Samenerguss abgegeben, sich mit den Samenzellen vermischt und für ihre Ernährung und Fortbewegung sorgt. Im Alter nimmt die Prostata in der Regel an Größe zu und kann Beschwerden beim Wasserlassen bis hin zum Harnstau verursachen, weil sie die Harnröhre zusammendrückt. Eine Entzündung der Prostata kann mit Schmerzen verbunden sein kann.

 

In Deutschland erhalten jährlich über 62.000 Männer die Diagnose Prostatakrebs. Prostatakrebs ist nach Lungen- und  vor Darmkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache beim Mann. Trotz dieser alarmierenden Tatsache nutzen nur rund 18 Prozent die Krankenkassen finanzierte Prostatakrebsfrüherkennung. Bei unter 40-jährigen kommt Prostatakrebs fast nicht vor. Bei Männern im Alter von 60 Jahren wird bei 5% und bei Männern von 90 Jahren bei 90% Prostatakrebs gefunden. Wenn bei Verwandten ersten Grades (Vater, Bruder) Prostatakrebs festgestellt wurde, steigt das eigene Krebsrisiko. Über Ursachen des Prostatakrebses ist bislang wenig bekannt.  Krebsregister und Studien nennen Alter und Familiengeschichte als Prostatakrebs relevante Faktoren. Prostatakrebs wächst in der Regel langsam und führt bei vielen Betroffenen nicht zum Tod. Aber es versterben auch jährlich etwa 12.000 Männer an Prostatakrebs in Deutschland.

 

Neben Alter und erblicher Vorbelastung gibt es weitere Faktoren, die mit dem Entstehen von Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden Dazu gehören Ernährung, Lebensumstände, entzündliche Erkrankungen der Prostata und Fettleibigkeit. Ob diese Faktoren das Entstehen von Prostatakrebs tatsächlich begünstigen, lässt sich aus vorhandenen Studien nicht eindeutig ableiten. Zucker, gesättigte Fette und Alkohol sind besonders energiereiche Nahrungsmittel, die wenig Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe haben. Sie sollten mit Vorsicht genossen werden. Für ausreichende Bewegung sollte immer gesorgt werden.

Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs sind rektale Tastuntersuchung (Kassenleistung) und ein Test zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Im frühen Stadium macht Prostatakrebs keine Beschwerden und ist noch nicht tastbar. Der PSA-Test ist keine Kassenleistung. Er kostet zwischen 20 und 45 Euro. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Krebs hindeuten, aber auch andere Ursachen haben. Bei drei von vier Männern mit erhöhtem PSA-Wert wird in einer eventuell folgenden Gewebeprobe kein Krebs gefunden. Vor einer Untersuchung zur Früherkennung eines Prostatakrebses sollten Männer ihren Nutzen gegen die Risiken abwägen.  Männern, die sich für die Früherkennung entscheiden, empfiehlt die Leitlinie einen PSA-Test in Verbindung mit einer Tastuntersuchung ab 40 Jahre. Früherkennung von Prostatakrebs ist keine Krebsvorsorge, und sie verhindert Prostatakrebs nicht.


Früherkennung kann vermutlich Todesfälle durch Prostatakrebs verhindern. Häufig werden aber auch Tumoren entdeckt, die ohne Test nicht auffällig geworden wären und keiner Behandlung bedurft hätten. Im Moment verfügbare Daten lassen keine eindeutige Abwägung von Nutzen und Schaden der Früherkennung auf Prostatakrebs zu. Es gibt aber auch Krebstypen, die sehr aggressiv wachsen und schon sehr früh weitere Körperpartien befallen haben, bevor sie durch Früherkennung diagnostiziert werden können. So erfahren Männer durch Früherkennungsuntersuchungen von einer nicht heilbaren Erkrankung teilweise Jahre vor dem Auftreten von Symptomen.

 

Je früher ein Tumor erkannt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er noch nicht über die Prostata hinaus gewachsen und heilbar ist. Wenn der Prostatakrebs noch relativ klein ist, kann außerdem ein schonendes Verfahren bei der Operation eingesetzt werden. So können mit höherer Wahrscheinlichkeit bestimmte Nebenwirkungen vermieden werden.

Die Behandlung mit Operation oder Bestrahlung kann Nebenwirkungen verursachen, die das Leben beeinträchtigen. Diese Nebenwirkungen würden unnötig herbeigeführt, wenn ein Tumor nicht bedrohlich ist. Gerade beim Prostatakrebs gilt, ein erkannter Tumor muss nicht unbedingt behandelt werden. In der ärztlichen Leitlinie wird für früh erkannte Tumoren mit einer guten Prognose auch die so genannte „Aktive Überwachung“ empfohlen. Das bedeutet, der Tumor wird erst einmal beobachtet, und nur, wenn er weiter wächst, wird behandelt. Im Falle eines früh erkannten Prostatakrebs mit niedrigem Risiko kann  eine  zusätzliche             DNA-zytometrische Untersuchung  weitere Hinweise auf die Aggressivität der Tumorzellen geben und als Hilfe bei der Therapieentscheidung dienen.   

 

Dies zeigt, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig mit dem Thema Früherkennung von Prostatakrebs auseinander zu setzen. Interessenten können beim Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., Geschäftsstelle Bonn, Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn, Telefon 0228 / 33889-500 Informationsmaterial anfordern, und sich über die gebührenfreie  Beratungshotline 0800 70 80 123, dienstags bis donnerstags von 15:00 – 18:00 Uhr, beraten lassen oder sich direkt an eine regionale Selbsthilfegruppe wenden.

 

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) ist die Dachorganisation der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen in Deutschland mit acht Regional- und Landesverbänden. Der Verband wurde im Jahr 2000 gegründet. Aktuell gehören ihm mehr als 230 Selbsthilfegruppen an. Der BPS ist damit europaweit die größte und weltweit die zweitgrößte Organisation von Prostatakrebs-Betroffenen.

Neuer Regionalverband gegründet
Bericht aus der Nahezeitung vom 26.10.2015
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